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KinderBerg International e.V. – Mission & Vision

Eine der wichtigsten gesellschaftlichen Errungenschaften unserer Zeit sind das klare Bekenntnis und das Eintreten zur Förderung von Menschen- und Bürgerrechten, die Achtung der Menschenwürde sowie der Schutz von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Grundrechte können jedoch nur dann dauerhaft verankert werden, wenn sich eine Gesellschaft für deren Realisierung einsetzt, ihre Wahrung verteidigt und Leitprinzipien wie Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz achtet. In vielen Ländern dieser Welt werden diese Werte immer noch missachtet. Verträge werden geschlossen und wieder gebrochen, getroffene Vereinbarungen ignoriert. Viele Staaten sind immer noch von einer schlechten Regierungsführung, ausufernden Korruption, einem willkürlichen Rechts- und Justizsystem oder von politischer Verfolgung und Diskriminierung geprägt.
 
Bereits von Beginn an hat sich KinderBerg in seiner humanitären Arbeit insbesondere dem Wohl von Frauen und Kindern verschrieben, so beispielsweise bei der Evakuierung kriegsverletzter und traumatisierter Kinder während des Balkankrieges oder im Zuge von Nothilfeprojekten für Binnenflüchtlinge in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien und in Afghanistan. Aber auch im Rahmen der Hilfsprojekte für HIV bzw. AIDS-betroffene Frauen in Côte dIvoire, der Tsunami-Opfer in Sri-Lanka und der notleidenden Bevölkerung in Nepal steht die Unterstützung und Förderung von  Selbsthilfekapazitäten der Bevölkerung im Vordergrund der Projektarbeit von KinderBerg.
 
Um Heimat und Familie nicht verlassen zu müssen, erdulden Menschen jahrelang drastische Einschränkungen der persönlichen Freiheit und leben in Armut. Wenn jedoch bewaffnete Konflikte in unmittelbarer Nähe ausbrechen und die Angst vor Gewalt und Tod überwiegt, bleibt den Betroffenen oftmals nur noch die lebensrettende Flucht in Ausland. KinderBerg begegnet während seiner Arbeit in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt immer wieder Fluchtursachen. Mit zielgerichteten humanitären Projekten wird versucht, die konkrete Situation dieser Menschen zu lindern und die Betroffenen  darin zu bestärken, trotz der schwierigen Situation in ihrem Heimatland zu bleiben und für eine bessere, friedvollere Zukunft für sich und ihre Kinder einzutreten.  KinderBerg möchte durch Kommunikation, interkulturelle Kompetenz und konkrete Projekte den Brückenschlag zwischen zwei Welten schaffen. Das Privileg in Frieden und Demokratie leben zu dürfen sieht der Verein als seine Verpflichtung zu humanitärer Solidarität an.



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Ein Rückblick auf mehr als 20 Jahre Projektarbeit

1992
Nachdem Slowenien und Kroatien am 25. Juni 1991 ihre Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärt haben, werden diese am 03. März 1992 in Bosnien-Herzegowina verkündet. Im Land kommt es zwischen den einzelnen Volksgruppen verstärkt zum Aufflammen kämpferischer Auseinandersetzungen, die rasch zum Ausbruch des mehrere Jahre andauernden Bürgerkrieges führen.
Betroffen angesichts der großen Notstände in einem bosnischen Flüchtlingslager kündigt Suzana Lipovac nach ihrer Rückkehr aus Bosnien-Herzegowina ihren Arbeitsplatz in einem amerikanischen Mikroelektronik-Weltunternehmen. Sie beginnt Hilfsgüter sowie Medikamente für Flüchtlinge, kriegsverletzte Kinder und Jugendliche zu sammeln und transportiert diese eigens ins Kriegsgebiet.

1993  
Eintragung von KinderBerg e.V. im Vereinsregister der Stadt Stuttgart. 
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In den kommenden Jahren werden zahlreiche Nothilfeprojekte in den Kriegsgebieten im Nordosten Bosnien-Herzegowinas umgesetzt. Kranke, kriegsverletzte Kinder werden zur medizinischen Behandlung zwischenzeitlich nach Deutschland evakuiert. Neben der reinen Hilfsgüterverteilung sind weitere Projektinhalte u.a. die Betreuung eines Waisenhauses, ein Betreutes Wohnen für kriegsversehrte Kinder, der Aufbau eines psycho-sozialen Zentrums für Kinder, der Wiederaufbau und die Instandsetzung einzelner Krankenhausabteilungen (Pädiatrie, Neonatologie) sowie der Aufbau und Betrieb eines galenischen Labors zur Herstellung einfacher Medikamente.

1996 
KinderBerg e.V. beginnt medizinische Projekte in Belgrad und dem Kosovo umzusetzen und wird „implementing partner“ von UNHCR und UNICEF. Als Kooperationspartner des International Rescue Committes (IRC) und des serbischen Gesundheitsministeriums unterstützt KinderBerg das Institut zur Gesundheitsversorgung von Mutter und Kind – „Dr. Vukan Čupić/Belgrad" - durch Sachspenden und die Koordination von Fortbildungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Kinderherzchirurgie.



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1999 
Der Kosovokonflikt zwischen der kosovarischen paramilitärischen Organisation „UCK“ und regulären jugoslawischen Ordnungskräften eskaliert zunehmend. Am 24. März 1999 beginnt die „Operation Allied Force“ gegen die Bundesrepublik Jugoslawien.
 
Aufflammende Konflikte zwingen KinderBerg zur Unterbrechung der Projekte, die Mitarbeiter werden zwischen Frühjahr 1998 und Frühjahr 1999 insgesamt vier Mal evakuiert. Im Zuge der Kampfhandlungen wird das Büro- und Wohnhaus von KinderBerg zerstört. Dennoch bleibt der Verein bis Mai 2005 im Kosovo. Bis dahin werden zahlreiche medizinische, psychosoziale und friedenspädagogische Projekte umgesetzt, wie z.B. die Leitung einer pädiatrischen Abteilung im Distriktkrankenhaus Prizren, die Einführung ambulanter Teams für Risikoschwangere und Wöchnerinnen oder die Errichtung eines Therapie- und Bildungszentrum für Kinder und Jugendliche. Wichtige Kooperationspartner sind das Olgahospital der Stadt Stuttgart, das Columbia Presbyterian Hospital in New York sowie das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik).

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2000 
Befreundete, amerikanische Kinderärzte gründen im Oktober 2000 den KinderBerg-Verein in New York. Seitdem heißt der Verein „KinderBerg International e.V.“ bzw. „KinderBerg International Inc.“

2001  
Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001.

2002
KinderBerg engagiert sich seit Februar 2002 nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan. Dort sollen die Ursachen des Terrorismus, die vor allem in schlechter Regierungsführung, Korruption, aber auch in der Missachtung von Menschenrechten sowie in mangelnder Bildung, Dürre und Kriegen zu suchen sind, mit zivilen Mitteln bekämpft werden. Es werden zahlreiche, aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) geförderte Nothilfeprojekte für Binnenflüchtlinge durchgeführt.

Auf Beschluss des Fellbacher Gemeinderates, den Friedensprozess auf dem Balkan durch ein humanitäres Jugendprojekt zu unterstützen, wird das „Fellbach Hausin Suharekë im Juli 2002 eingeweiht. Nachdem es über drei Jahre durch KinderBerg unterstützt wurde, erfolgt seine Übergabe im April 2005 durch den Fellbacher Oberbürgermeister, Christoph Palm, an einen gemeinnützigen Trägerverein in Suharekë („Hilfe zur Selbsthilfe“) mit langfristiger, fachlicher Begleitung durch die Stadt Fellbach.
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2004  
Am 26. Dezember 2004 löst ein Unterwasserbeben im Indischen Ozean bis zu sechs Tsunamis aus. Ihre Wellen vernichten Häuser, Dörfer, Städte. Rund 230.000 Menschen in vierzehn Ländern verlieren in den Fluten ihr Leben, in Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Indien werden ganze Landstriche verwüstet.

2005 
Im Juni 2005 nimmt KinderBerg sein Engagement für Kinder und Jugendliche in Kalmunai (Distrikt Ampara) an der Ostküste Sri Lankas auf. Die Projekte des Vereins weisen je nach Standort unterschiedliche (medizinische, psychosoziale, friedenspädagogische) Schwerpunkte auf. Viele dieser „Community-Building“-Projekte werden von Nachbargemeinden kopiert und dort umgesetzt. Die Projekte wurden im Wesentlichen durch die Landesstiftung Baden-Württemberg, den Landkreis Rems-Murr, die Stadt Stuttgart und Privatspenden  finanziert.




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2006
Am 15. Dezember 2006 beginnt KinderBerg mit der Durchführung des durch das Auswärtige Amt vollfinanzierten Hilfsprojekts „Community Building in Nord Afghanistan“ in den nördlichen  Provinzen Badakhshan, Kunduz und Takhar. Im März 2010 wurde die südliche Provinz Logar in das Projekt aufgenommen, im Juli 2011 kam außerdem die Provinz Baghlan hinzu. Die Projektinhalte erstrecken sich im Wesentlichen auf  ambulante medizinische Behandlungen der Landbevölkerung und die stationäre Versorgung von Unterernährten. Weitere Ziele sind neben der Umsetzung des humanitären Imperativs die Unterstützung der afghanischen Regierung bei der Umsetzung des staatlichen Gesundheitsplans, Aufbau und Stärkung der afghanischen Zivilgesellschaft sowie die Errichtung einer Kommunikationsplattform zwischen den deutschen „Provincial Reconstruction Teams“ (PRTs) und der afghanischen Bevölkerung zur Stärkung von Vertrauen und Akzeptanz in das deutsche zivile und militärische Engagement unter UN-Mandat. Wichtige Kooperationspartner sind neben dem afghanischen Gesundheitsministerium auch lokale Vertreter der traditionellen, informellen Strukturen und die Bundeswehr.



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2007 
Das Engagement von KinderBerg im vom beigelegten Bürgerkrieg gezeichneten Land Côte dIvoire läuft seit Oktober 2007. Augenmerk wird vor allem auf die Unterstützung im Gesundheitswesen (individuelle Hilfe und Beratung, Hausbesuche, psychosoziale Betreuung, Hilfsgüterverteilungen), den Aufbau des Bildungswesens (Eröffnung von Vorschulen) sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft (Beteiligung am nationalen Programm zur HIV/AIDS-Bekämpfung/Sensibilisierungkampagnen) gelegt. Hauptzielgruppe stellen in erster Linie von HIV bzw. AIDS betroffene Familien dar.

KinderBerg nimmt im Jahr 2007 seine direkte Projektarbeit in Nepal auf. Durch die langjährige Arbeitserfahrung von Dr. med. Settje in Nepal konzentrieren sich die Projekte vor allem auf medizinische Programme. Der Schwerpunkt liegt auf dem Angebot von wiederherstellender- und plastischer Chirurgie für arme Bevölkerungsschichten im ländlichen und schwer zugänglichen Nepal, die häufig unter schweren Brandverletzungen und deren Folgen leiden, weil sie am offenen Feuer kochen und leben.





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2009
Am 24. April 2009 wird KinderBerg der „Europäische Bürgerpreis des Europäischen Parlaments“ verliehen. Seit 2008 verleiht das Europäische Parlament den Europäischen Bürgerpreis, um außergewöhnliches Engagement von Einzelpersonen oder Projekten zu ehren, die das gegenseitige Verständnis und die Integration innerhalb Europas fördern. Ausgezeichnet werden Projekte, die sich für Europäische Zusammenarbeit, Solidarität und Toleranz innerhalb der Europäischen Union und darüber hinaus engagieren. 

In Sri Lanka führt ab Herbst 2009 das "Ampara Special Needs Network" (ASNN) die Projekte zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen selbstständig fort. Das „Child and Community Development Network“ (CCDN) übernimmt die Sozial- und Bildungsarbeit (inkl. der Vorschulprojekte) sowie die Jugendarbeit. Die Berufsqualifizierungskurse werden erfolgreich beendet. 

Am 29. November 2009 wird KinderBerg mit dem „Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung“ geehrt. Dieser Preis wird alljährlich von der Wochenzeitung Die ZEIT, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion-Dönhoff-Stiftung vergeben. Mit diesem Preis werden seit 2003 jährlich Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich für internationale Verständigung und für gute Beziehungen zwischen Deutschland und Osteuropa engagiert haben. 
 
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2010 
Das Nepalprojekt wird zum 30.06.2010 erfolgreich beendet.

2012 
Im Oktober 2012 eröffnet KinderBerg in der Provinzhauptstadt Feyzabad-City (Provinz Badakhshan, Afghanistan) das neue Projekt „Maktab Modar“ (dt.: Mütterschule). Ziel des bis April 2014 laufenden Projektes stellt neben der Gesundheitsförderung die Vermittlung einer nachhaltigen Existenzgrundlage für Frauen aus dieser nordafghanischen Provinz dar. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

2013 
Alle von KinderBerg geführten basismedizinischen Einrichtungen in den afghanischen Provinzen Logar und Kunduz werden im Oktober 2013 an das afghanische Gesundheitsministerium übergeben. 

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2014
Am 22. Dezember 2014 wird die letzte KBI-Gesundheitsstation inklusive des medizinischen Fachpersonals in den Provinzen Badakhshan, Takhar und Baghlan an den afghanischen Staat übergeben. Durch die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den afghanischen Mitarbeitern, den lokalen Behörden und den traditionellen Dorfvertretern kann KinderBerg während dieser 12 Jahre die ambulante Behandlung und medizinische Beratung von über 6 Millionen Patienten gewährleisten.

Erfolgreiche Beendigung des BMZ-geförderten „Maktab Modar“-Projektes in Feyzabad-City (Provinz Badakhshan) zum 30. April 2012.  In Zusammenarbeit mit dem lokalen afghanischen Frauenverband WESA werden insgesamt 748 Frauen praktische handwerkliche Fertigkeiten wie die Herstellung von Wollartikeln und die Verarbeitung von Lebensmitteln vermittelt. Dies ermöglicht ihnen den Eintritt in den Kleingewerbesektor und bietet ihnen die Basis für eine nachhaltige Existenzgrundlage.

Zum 01. Oktober 2014 eröffnet KinderBerg sein Mutter-Kind-Haus für unterernährte Kinder, Risikoschwangere sowie Opfer von Gewalt und Naturkatastrophen in Feyzabad-City (Provinz Badakhshan). Dort können bis zu 45 Patienten und sozial schwache Gäste aufgenommen und behandelt werden. Neben Unterkunft und Verpflegung sowie der Durchführung eines 6-monatigen Unterernährtenprogramms finanziert KinderBerg ausschließlich aus privaten Spenden auch die Kosten für die medizinische Grundversorgung und Pflege der Patienten.

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2015
Neben der Betreuung des Frauengefängnisses in Feyzabad-City unterstützt KinderBerg nun auch das örtliche Waisenhaus.


















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2016
Unter dem Leitgedanken „Erste Hilfe für die Seele“ bietet KinderBerg International zusammen mit seiner serbischen Partnerorganisation Centar Inventiva seit Frühjahr 2016 ein psychosoziales Projekt im serbischen Flüchtlingslager in Preševo an. Dieses soll den Betroffenen Handlungsmöglichkeiten bieten, um mit den Schreckensereignissen, den seelischen Belastungen und möglichen traumatischen Folgen kurzfristig besser umgehen zu können. Während der begrenzten Zeit ihres Aufenthaltes wird, je nach Bedarf, entweder individuell oder in kleinen Gruppen ein „sicherer Rückzugsraum“ geboten.

 
Der fehlende Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung, karge Lebensbedingungen und ein überwiegend unzureichendes Bildungsniveau der einheimischen Landbevölkerung prägen den Gesundheitsstand einer ganzen Familie. Im Rahmen eines Kleinprojektes unterstützt KinderBerg die ortsansässige Organisation „SALEH“ bei der Durchführung von Gesundheitsschulungen und Sensibilisierungskampagnen. Von Mai bis September 2016 werden ca. 380 Landfrauen und Mütter in den entlegenen Distrikten Zebak und Wakhan von qualifizierten Hebammen geschult. Ziel ist es, auf diese Weise eine langfristige und nachhaltige Verhaltensänderung zu bewirken. 
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