Aktuelles

Lieber KinderBerg-ler,

was hat Ihnen dieses Jahr bedeuet? Welchen Menschen haben Sie Bedeutung geschenkt und wer hat Sie dieses Jahr ins Herz geschlossen?

Trotz aller Krisen und der immer wieder auftretenden bewaffneten Gewalt in unseren Projekten hatten wir ein sehr schönes und erfülltes Jahr! Wir erlebten in vielen Begegnungen mit herzensschönen Menschen immer wieder die starke Bedeutung und das tiefe Gefühl spontaner menschlicher Solidarität. Solche Erlebnisse haben unsere Arbeit leicht gemacht und wir sind dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten, uns in einer immer schwierigen Welt humanitär einzumischen und persönlich einzubringen.

Unser größter, herzlicher Dank gilt den Menschen, die unsere Hilfe angenommen haben und Ihnen, da Sie uns Ihr Vertrauen, Ihre Zuversicht und Ihre Unterstützung geschenkt haben.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein bedeutungsvolles Neues Jahr und an dem jeder Tag durch seine Menschlichkeit für Sie und Ihre Familie zählt!

                                                        Ihr KinderBerg-Team

 

 

Ausblick auf Dezember 2018

Stuttgart: Wir verschicken unser Weihnachtsmailing dieses Jahr an 1.600 Spender. Es geht an Menschen, die uns in den letzten 6 Jahren gespendet haben und wir daher ihre Adresse haben. Wir kaufen keine Adressen oder rufen Unbekannte an und bitten um Spenden. Seit 25 Jahren haben wir durch Vorträge, Artikel oder Fernsehbeiträge auf unsere Projekte aufmerksam gemacht und möchten dies so beibehalten. Wir hoffen, dass unsere Projekte durch ihren Inhalt überzeugen und es den Menschen, die uns bisher unterstützt haben gut geht - so gut, dass sie uns weiterhin unterstützen können!

Cote d'Ivoire: Wir feiern zusammen Weihnachten! Mit 50 Kindern im Alter zwischen 4 - 6 Jahren!

Afghanistan: Ein Mitarbeiter aus Stuttgart reist für einen Monat in das Projekt zum Monitoring und um neue, vertiefende Projektinhalte für das Jahr 2019 zu besprechen.

Afghanistan: Unsere Vorbereitungen für den langen Winter in der Bergprovinz Badakshan sind noch nicht abgeschlossen. Es fehlt noch genügend Heizmaterial und wir sind von unserem Ziel ökologisch zu heizen noch weit entfernt.

                             November 2018

Stuttgart: Diesen Monat kamen 21 afghanische Asylbewerber zu uns. Einer teilte uns mit, dass er freiwillig zurückkehren möchte. Er ist den falschen Versprechungen von Schleppern aufgesessen und dachte er könnte in Deutschland arbeiten und immer wieder nach Afghanistan reisen, wo er seine Familie und seine Verlobte zurückgelassen hat. In unserer Beratung hat er erfahren, dass er keine Reisemöglichkeit haben würde, wenn er als Asylant oder Flüchtling oder subsidiär Schutzbefohlener in Deutschland anerkannt werden würde. 

Afghanistan: Die Wintervorbereitungen haben begonnen: unsere Männer haben auf vielen Bazaren nach den günstigsten Anbietern für Holz, Kohle und Öl gesucht. Jetzt sind die ersten Lieferungen angekommen und wir lagern sie trocken und sicher ein. Alle Wintervorräte müssen bewacht werden. In Badakhshan sinkt das Thermometer im Winter bis weit unter die Null-Grenze. Ohne diesen Vorrat an Heizmaterial und Lebensmitteln könnten wir unser Mutter-Kind-Haus während der härtesten Jahreszeit nicht betreiben.

Serbien: Wir bedanken uns bei den Flüchtlingen Kamal, Dunya und Shakila, die sich trotz ihres eigenen schweren Schicksals regelmäßig, zuverlässig, gewissenhaft und ehrenamtlich für unser Projekt engagiert haben. Ohne Ihre Übersetzungstätigkeiten und ihr Einfühlungsvermögen hätten wir die täglichen psychosozialen Maßnahmen und die Schularbeit nicht umsetzen können. 

Oktober 2018

Afghanistan: Eine weitere Gruppe von 16 „Pamiri Guests“, wie sie von unserem Personal herzlich genannt werden, kam zu Besuch ins Mutter-Kind Haus. Sie waren in die Provinzhauptstadt gekommen, um den Gouverneur um Hilfe/Unterstützung für Ihre „vergessene“ Region zu bitten. Sie wünschen sich eine Schule für Ihre Kinder, Straßen und mehr Infrastruktur, um das harte Leben abseits der Zivilisation erträglicher zu gestalten. Je drei Frauen und Kinder sind unter den Gästen. Eine jüngere Frau mit einer Oberschenkelfraktur wurde von uns zur stationären Behandlung ins örtliche Provinzkrankenhaus gebracht und eine ältere Frau musste sich einer einfachen aber notwendigen Augenbehandlung bei einem Facharzt unterziehen. Währenddessen erhielten die Kinder wichtige Impfungen. Die Pamiris haben nicht viel Zeit, da sie befürchten, dass die Bergpässe bald unpassierbar sind. Aber die stationäre Behandlung des gebrochenen Oberschenkels kann nun mal nicht beschleunigt werden. Hoffentlich haben sie das Vertrauen in uns und lassen die junge Patientin auch ohne ihre Familie über den ganzen Winter in unserem Mutter-Kind-Haus.

 

September 2018

Elfenbeinküste: 3. September 2018, große Aufregung, Wirbel und Tamtam herrscht in der Vorschule Lauda. Endlich ist es soweit. Die Einschreibungen für das neue Schuljahr haben begonnen. Vianney, Mamoudou, Emmanuel, Yoan, Tidianne, Jérémie, Joé, Samuel, Maimounau, Yasmine und vierzig weitere „petits enfants“ haben sich herrausgeputzt und mit ihren Eltern, Geschwistern, Tanten und Cousinen auf den Weg gemacht, um sich zur Teilnahme am Vorschulunterricht bei uns registrieren zu lassen. Für ein Jahr werden sie nun auf den Einstieg in das staatliche Schulsystem vorbereitet und erhalten trotz ihrer schlechten Lebensbedingungen in den Armenvierteln der Hauptstadt Abidjan die Chance für einen guten Bildungsstart. Im Vorfeld hatte das ivorische KBI Team nach festgelegten Sozialkriterien eine Auswahl für die Teilnahme am Vorschulunterricht treffen müssen, da lediglich 50 Kinder aufgenommen werden konnten denn wir mussten leider unsere zweite  Vorschule „La Colline“  in Port Bouet schließen, da wir nicht genügend Spenden für eine mittelfristige Finanzierung beider Vorschulen haben.

Afghanistan:  Abdul Ali ist heute 22 Jahre alt. Bis vor drei Jahren lebte er im staatlichen Waisenhaus in Feyzabad, welches KinderBerg seit 2015 unterstützt. Ali hat keine Familie und keine Verwandten, die sich um ihn kümmerten und für ihn als Kleinkind sorgten. Auf der Straße lebend wurde er von staatlichen Behörden „aufgegabelt“ und in die Obhut des Kinderheimes gebracht. Sein Leben im Heim war rau und hart. Doch Ali kämpfte für (s)einen Traum! Eines Tages, so erzählte er oft, wolle er studieren, einen Beruf ausüben, sein eigenes Geld verdienen und eine Familie gründen, eine Familie, die er selbst niemals kannte. Nachdem er das Waisenhaus verlassen musste, schaffte er den Weg bis zur staatlichen Universität und studiert nun Betriebswirtschaftslehre. Ein Teilzeitjob versetzt ihn in die Lage, sein bescheidenes Leben, ein kleines Zimmer und sein Studium zu finanzieren. Er ist noch nicht am Ziel angelangt, ist aber sicher und weiß doch, dass er es schaffen wird. Sein Fleiß in Verbindung mit seiner Persönlichkeit stimmen uns zuversichtlich.

Serbien: Zur Vorbeugung und Prävention von sekundären Traumatisierungen und Überlastungssymptomen nahmen die Teammitglieder CIs im Frühjahr an einem mehrtägigen Workshop zu Prävention, Selbstfürsorge und Psychohygiene teil. Sie erhielten in regelmäßigen Abständen Supervisionen und Achtsamkeitstrainings, damit sie weiterhin empathisch bleiben und sich dennoch auf eine gesunde Art und Weise von Ihrer seelisch belastenden Arbeit mit traumatisierten Migranten und Flüchtlingskindern und den berührenden Schicksalsgeschichten abgrenzen können.